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Thursday, 17. July 2008

Arab-American Dialogue im Juli...

24 Teilnehmer (sechs Amerikaner, vier Araber) kamen zum letzten Arabisch-Amerikansichen Dialog vor der Sommerpause. Wir begannen ausnahmsweise mit einem Lied. Ich begleitete Bobby Darin's 1969 "Simple Song of Freedom" auf dem Banjo. Alle sangen mit.

Ich habe allerdings den Text geändert. Ich lasse die Strophen weg, die eindeutig in die Zeit des Kalten Krieges hingehören und ersetze die Strophe über "Mr. black man, can you hear me?" mit dieser:

Hello, Mr. Arab, can you hear me?
I don't want your oil or your land
I just want to be someone known to you as me
Someone eye to eye and hand in hand...
Der Dialog begann mit einer Diskussion darüber, was für ein Thema wir uns vornehmen sollen. Vorschläge gab es viele. Einige:

- Das Amerikabild in der arabischen Welt
- Arabische Diktaturen
- gesellschaftliche Utopien
- Wo gelingt etwas in diesen Gesellschaften? Wo gibt es Dialog, Friedensbewegungen, Zusammenarbeit?
- Welchen Politikern kann man vertrauen und warum?
- Wie hat man sich hier in Deutschland eingelebt?
- USA und Israel


Es gab auch allgemeine Fragen zum Dialog: Haben wir überhaupt die Freiheit, über solche Themen frei zu diskutieren? Was machen wir, wenn es laut wird? Was erwarten die Neuankömmlinge? Brauchen wir neue Regel?

Hintergründ dieser grundsätzlicheren Überlegungen war der "Zwischenfall" vom letzten Mal, wo eine amerikanische Frau mitten im Dialog aufgestanden und aus der Runde ausgestürmt war.

Als Themenvorschlag kam dann:

- Wo gibt es (hier, im Iran, in den USA, anderswo) Denkverbote?
Somit begann eine Diskussion zur Holocaustleugnung im Iran und was der iranische Präsident gesagt oder nicht gesagt hatte, die Rolle der USA in der iranischen Geschichte, Atomwaffen, die Last der Geschichte, Lebanon und ähnliches mehr. Die Runde war eine lange Zeit ziemlich durcheinander und wir wanderten fröhlich von einem Thema zum nächsten. Es ging aber vor allem um den Iran, einen möglichen Krieg, eine iranische Atombombe, die "Mutually Assured Desctruction"-Doktrine usw. Es gab natürlich Stimmen, die für eine völlige Abschaffung aller Atomwaffen waren. Wie das gehen soll, kam aber nicht zur Sprache.

Spannend wurde es, als ein Israeli in der Runde, die Diskussion über den Holocaust zum Anlass nahm, über seine Zeit der IDF zu sprechen. Dabei nannte er die IDF, "the most moral army in the world." Er sei stolz, Soldat in einer moralischen Armee zu sein. Das zog heftigen Widerspruch auf sich, aber überraschenderweise nicht von den anwesenden Arabern, sondern zuerst vom Quotenaustralier. So eine Äusserung könne nicht so stehen gelassen werden. Alleine im Libanonkrieg seien 900+ Zivilisten umgekommen. Einige IDF-Angehörige, so der Redner, gehören vor dem Haager Tribunal. Der Isreali entschuldigte sich dafür, falls andere sich so fühlen, wollte aber nochmal wissen, wie die Frage lautet. Der Australier fragte dann ganz direkt: Kann eine moralische Armee acht bis neun mal soviele Zivilisten als Kombattanten umbringen? Der Israeli entschied, das so stehen zu lassen und nicht darauf zu antworten, was von der Runde akzeptiert wurde.
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by Mark R. Hatlie

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