Am 14. Oktober ging es im Dialog um religiöse Konversionen. 15 Teilnehmer/innen (zwei Amerikaner, vier Araber) waren anwesend.
Es begann mit einer 25-minutigen Präsentation von YouTube-videos zum Thema Konversion: Reportagen darüber, wie Deutsche zum Islam Konvertieren, einige Aufnahmen von Übertritten zum Islam und Selbstzeugnisse von Konvertiten. Schliesslich zeigte ich zum Vergleich eine Sammlung von Interviewausschnitten von Mormonen, die darüber gesprochen haben, warum sie ihre (z.T. neue) Religion so gut finden. Diese Links haben wir uns angeschaut:
Reportagen:
http://www.youtube.com/watch?v=mhMdTjLXoh4
http://www.youtube.com/watch?v=R-5qOvbDm0E
http://www.youtube.com/watch?v=rEZgmEjw5R4
Konversion zum Islam:
http://www.youtube.com/watch?v=dexV8R0nWso
http://www.youtube.com/watch?v=JGN0dZ3VbTY
http://www.youtube.com/watch?v=uDqR_GTcQbM
Mormonen:
http://www.youtube.com/watch?v=LdPT5oVtG9E
Die darauffolgende Diskussion verlief auf zwei Ebenen - . Zum einen ging es um die konkreten Fälle. Es gab immer wieder dazwischen längere Ausführungen über das Wesen von Religion an sich und über die Charakteristika spezifischer Religionen, vor allem des Islams.
Die Teilnehmer fragten sich anhand der Beispiele: Warum konvertieren Menschen? Warum geben sie die Religion ihrer Herkunft ab und nehme eine "fremde" Religion an? Die in der Runde diskutierten Erklärungen deckten sich z.T. mit denen, die in den Reportagen und Aufnahmen angesprochen wurden, wie die Suche nach Gemeinschaft, der Abbruch des bisherigen Lebenslaufs, die Überwindung einer Lebenskrise, das friedliche Wesen des Islams usw. Es kamen aber auch andere Ideen hinzu, beispielsweise Modeerscheinungen wie vor Hundert Jahren schon mit Hinduismus und Buddhismus. Zur Frage, was wir von den Konversionen halten, gab es verschiedene Meinungen. Mindestens zwei der anwesenden Muslime äusserten sich positiv zu den 4000 Konversionen im Jahr. Andere Meinungen waren meist neutral, tolerant oder negativ. Ein Teilnehmer meinte, man sollte zuerst die eigene Religion durchforsten. Einer fand die Konversionen unheimlich - nicht weil sie zum Islam übergingen, sondern deswegen, weil sie den Eindruck machten, jetzt schon die Wahrheit gepachtet hatten.
In den Diskussionsabschnitten, in denen es um das Wesen von Religion ging, beruhten wir viele Themen: Ob Islam oder irgend eine Religion für Kriege und andere Gewalttaten verantwortlich gemacht werden kann (ob durch den Inhalt der Schrift oder durch einen abstrakten Absolutheitsanspruch), wer den für eine Religion spricht (etwa die anwesenden Gläubigen, der Klerus, die Terroristen, die in deren Namen sprichen, usw.), ob eine Neigung zur Religiösität im Menschen angeboren oder erlernt wird, wie man mit Menschen mit einer anderen Religion umgeht (wobei alle Anwesende, die sich als religiös ausgaben, für Toleranz und Akzeptanz plädierten), die Möglichkeiten und die Praxis des interreligiösen Dialogs, die sich widersprechenden Inhalte und die Gemeinsamkeiten der Religionen, die historische und ethisch/moralische Rolle der Aufklärung (beispielsweise in der Entwicklung der Menschenrechte), die Rolle der Religion für das Geschichtsverständnis, was es über den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft aussagt, wenn immer mehr Menschen sich (wieder) der Religion zuwenden.
Das Thema für den nächsten Dialog - am 25. November 2009 - steht noch nicht fest. Einige Ideen sind im Umlauf und eine Rednerin wird schon angefragt. Wenn die Teilnehmer/innen Ideen haben oder die Initiative ergreifen wollen, sollen sie sich melden. Wir freuen uns. Ich erinnere an dieser Stelle daran, dass wir dazu übergehen wollten, dass die Inhalte und Themen jetzt stärker von den Teilnehmern und weniger von den zwei Moderatoren abhängen!
mhatlie - 17. Oct, 12:26 Topic:
Arab-American Dialogue http://hatlie.twoday.net/stories/5997135/