Users Status

You are not logged in.

Search

 

Recent Updates

Arthur Em Book Fotográfico...
Se você quiser aproveitar a festa do senhor rebento...
festasafari.com (guest) - 2016.09.30, 21:29
Sarau Infantil
Para fazer convite do natalício da sua filha,...
Festajardimencantado.Com (guest) - 2016.09.29, 07:53
Just want to say Hello!
For most up-to-date news you have to visit world-wide-web...
ebooks manual (guest) - 2016.07.27, 18:12
One benefit is that the...
Be sure you look online to order many of your belongings....
http://joannedunn.it/giannasoffie00007-copy/ (guest) - 2016.06.22, 17:36
Das Tübinger "Islam...
Am 19. März 2016 betitelt ein Interview mit den...
mhatlie - 2016.03.29, 11:59

Tuesday, 29. March 2016

Das Tübinger "Islam Zentrum" wird in der Zeitung als "Erfolg" gefeiert...


Am 19. März 2016 betitelt ein Interview mit den Leiter es Tübinger Islamzentrums mit dem Zitat, "Allein die Existenz ist schon ein Erfolg."

Die bloße Existenz des Tübinger Islam Zentrums könnte man genauso gut als Scheitern beschreiben. Noch eine Religionsgemeinschaft zeigt öfftentlich und mit Stolz, dass sie ihre eigenen Institutionen nicht selber tragen kann, dass sie ohne staatliche "Stütze" nicht auskommt. Sie begibt sich unter die Fittiche des Staates, statt eigenständig zivilgesellschaftlich zu agieren. Dabei jubelt die Zivilgesellschaft mit.

Es heißt im Interview, "Der Staat sollte der Religion einen Raum im öffentlichen Leben geben." Im öffentlichen Leben steht einem Ausleben der Religion gar nichts im Wege. Der öffentliche Raumim breiteren Sinne ist schon da und muss nicht "gegeben" werden: Symbole tragen, Gebäude bauen, Prozessionen veranstalten, an der Ecke stehen und missionieren - alles erlaubt. Gemeint ist offensichtlich "öffentlich" im Sinne des Staates. Dieser "Raum" muss vom Steuerzahler genommen werden. Es ist eine gut Übung, sich stets dieser zwei Begriffsseiten bewußt zu werden.

Ferner, wenn es um das Christentum geht, heißt es immer wieder, die Einbindung in den demokratischen Staat verhindere extremistische Tendezen. Gerade Muslime wollen uns doch ständig davon überzeugen, dass der Islam eine gemäßigte, friedvolle Religion sei. Geben die Muslime jetzt zu, dass sie parlamentarische Überwachung brauchen? Ist das ein Erfolg?

Und ist es für die Wissenschaft ein Erfolg, Ressourcen für die Anpassung der Hadithe an die moderne Kultur bereit zu stellen? Ich bleibe skeptisch.

Tuesday, 25. August 2015

Rhode Island - der kleinste US-Bundesstaat als Wiege der modernen Demokratie..


Viele wissen - oder geben vor, zu wissen - dass die ersten Siedler in New England Puritaner waren, die aus England geflohen waren, um der Unterdruckung ihrer Religion durch Anglikaner und Katholiken zu entkommen. Sie hätten dann in Amerika ihre Religion genauso intolerant durchgesetzt und seien mit Staatsgewalt gegen Andersgläubige vorgegangen. Die an der Ostküste entstandene Ur-Gründung der amerikanischen Gesellschaft war also religiös intolerant. Nicht alle Siedler waren Puritaner, aber sie hätten in New England zumindest die Macht gehabt und somit die amerikanische Geschichte geprägt. Diese Story stimmt weitestgehend und wird auch so in der Schule unterrichtet - in Amerika und hier in Europa. Man fragt sich aber, wie die im Vergleich mit Europa relativ strikte Trennung zwischen Staat und Kirche sich in so einer Umgebung durchsetzen konnte. War irgend etwas zwischen 1620 und 1791 passiert? Hatten die Puritaner vielleicht nur demographisch verloren? Hatte eine Gesellschaft ohne religiöse Mehrheit sich irgendwann darauf geeinigt, keine Staatskirche zu etablieren? Oder liegt es an der Aufklärung, die sich dann im Laufe des 18. Jahrhunderts durchsetzte? Diese Story der "Intoleranz" ist unvollständig - und so einfach war sie natürlich nicht.

Die Puritaner selbst haben das Fundament gelegt und nahmen viel, was Locke, Jefferson und Paine später schrieben, vorweg. Mein erstes Buch zur Sommerpause war John M. Barrys The Creation of the American Soul. Roger Williams, Church and State and the Birth of Liberty. Die Geschichte von Roger Williams war mir völlig neu. Er gründete 1636 die Kolonie Rhode Island als erstes modernes Staatswesen, das sich "demokratisch" nannte und vollständige Gewissensfreiheit garantierte. Williams und die meisten Anderen, die dort lebten waren nämlich Flüchtlinge aus den puritanisch geleiteten Kolonien Massachussetts und Plymouth. Williams' Ansichten zur Rolle der Staatsgewalt in Gewissensfragen und zu anderen religiösen und politischen Themen fanden dort in einigen Gemeinden Unterstützung, galten aber bald als ketzerich. Obwohl er Prediger war und selber bis zum Lebensende überzeugter Christ puritanischer Prägung blieb, wurde er verbannt.

Williams argumentierte, dass der Staat für die Durchsetzung der ersten "Tafel" der 10 Gebote - die ersten vier Gebote, die lediglich das Verhältnis zwischen Mensch und Gott regeln - keine Verantwortung trug. Der Staat ist menschlich und kann sich irren. Nur das Individuum selber kann seine Beziehung zu Gott bestimmen. Die andere "Tafel" - die sechs Gebote über Raub, Tötung, Begehren usw. dürfte der Staat regeln, da der Staat als menschliche Institution zwischen Menschen vermitteln darf und soll. Er nützte auch ein Vergleich mit dem "Wildnis" der menschlichen Gesellschaft und dem geordneten Garten des Glaubens. Zwischen diesen zwei Bereichen sollte eine Mauer errichtet werden, damit der Garten nicht verwildern könnte. Wo man Politik und Religion vermische, sagte er, würde nur Politik gemacht werden. Die Idee einer Mauer zwischen Staat und Kirche, eine zentrale Einsicht der modernen Politik, wurde also mehr als 100 Jahre vor Jeffersons berühmtem Brief an die Baptisten von Danbury, Connecticut formuliert. Während in Massachussetts, Plymouth und New Haven - die Nachbarkolonien zu Rhode Island - Quaker, Baptisten, Katholiken usw. verfolgt und zum Teil gehängt wurden, fanden diese Menschen bei Williams Asyl. Wenn man Williams' Schriften glauben kann, hätte er diese Toleranz auch auf Juden, Muslime und Heiden ausgeweitet, wenn es dort solche gegeben hätte.

Als es einige Jahre später zur Verfassung einer neuen Charta für Rhode Island kam, lebte Williams noch, aber er war nicht direkt beteiligt. Dennoch garantierte die neue Charta - sogar mit Duldung des englischen Königs Karl II. - die Gewissensfreihet. Die Idee hatte Würzel geschlagen. Es gab also schon im 17. Jahrhundert einen demokratischen "Staat", wo die Gewissensfreiheit formal gesetzlich verankert war - und zwar gegründet von "hard core" religiösen Menschen. Oben darauf wurde in Rhode Island die Sklaverei schon damals verboten.

Also haben die Christen Recht, wenn sie argumentieren, dass die Teilung von Staat und Kirche ursprünglich dafür gedacht war, die Religion vor dem Staat zu schützen. Dies schwächt das gegenteilige Argument in seiner Logik und Plausabilität nicht - nämlich, dass die Trennung auch den Staat schützt - aber wir können festhalten, dass bei der Entstehung religiöse Menschen mit dieser Idee ihre religiöse Gewissensfreiheit schützen wollte.

Barry betont in seinem Buch mehrfach, dass Roger Williams zwar von seiner Theologie überzeugt war - er war ja ein Puritaner und sogar ein Prediger - aber die absolute, von der Politik mit Gewalt durchgesetzte Gewissheit immer ablehnte. Die Selbstsicherheit, das absolute Fehlen jeglichen Selbstzweifels, die Unfähigkeit, zu erkennen, dass man sich eventuell irren konnte, nannte Williams "montrous partiality" - eine "monströse Parteilichkeit" für die eigene Ansicht. Dies lässt sich genauso auf die Politik einwenden. Barry geht nicht auf die politischen Entwicklungen der nächsten 100 Jahre ein, aber ich meine hier den gleichen Gedanken zu erkennen, die hinter der Idee der Gewaltenteilung in der Politik steht: Weil der Mensch mit Fehlern und Lastern behaftet ist, weil jeder Mensch sich irren kann, darf keiner über alles bestimmen. Irrtümer können sich in Schach halten oder einander ausbremsen. Gruppen können von einander lernen. Ideen können getestet werden, ohne allmächtig über die Geschicke des Staates zu verfügen. Die besseren Argumente und Erfahrungen gelten - nicht der Strick oder die Daumenschrauben. Der erste Teil des Buches behandelt die Entstehung dieser pragmatischen, freiheitlichen, ja sogar wissenschaftlichen Denkweise durch Williams persönliche Bekanntheit mit Francis Bacon und Edward Coke vor seiner Emmigration nach Amerika.

Ich möchte mit zwei Gedanken zu Williams und dem kleinsten amerikanischen Bundesstaat schließen.

Zum einen ist die historische Kontingenz dieser Entwicklung bemerkenswert - eine Erkenntnis, die Francis Bacon, Edward Coke und Roger Williams von ihrer jeweiligen philosophischen Grundhaltung her wahrscheinlich bejahen wurden. Dieser große Schritt Richtung moderne Freiheit wurde unter ganz bestimmten geographischen, politischen und religiösen Umständen gemacht. Er entstand nicht im Kopf eines Genies, der die Welt erklären wollte und eine Theorie am Schreibtisch entworfen hätte, die dann nach einer Revolution an lebenden Gesellschaften als politische Utopie ausprobiert wurde. Obwohl die Puritaner universelle Ansprüche stellten und ein Projekt transzendentaler Tragweite aufstellten - John Winthrops City on the Hill - entstanden Demokratie und Gewissensfreiheit als Nebenprodukt. Das wirft die Frage auf, inwiefern diese Grundelemente moderner politischer Freiheit überhaupt universell sind. Können sie direkt kopiert werden? Müssen sie überall entstehen? Dürfen wir das erhoffen? Werden andere Konstellationen bessere Modelle hervorbringen? Es ist für einen wie mich, der zumindest vorgibt, stark von der Denkweise der Aufklärung geprägt zu sein, etwas beunruhigend, wenn Fortschritt so langsam und evolutionär entsteht, während systemisches, theoretisches Denken so oft zu Ineffizienz und Blutvergießen führt.

Zum Anderen gilt es kurz, einen breiteren Blick auf die Reformation zu werfen. Sie nahm früher in der Forschung einen bedeutenden Platz in der Geschichte der politischen Freiheit ein. Martin Luther mag zwar kein Demokrat gewesen sein, aber seine Idee, dass der Mensch selber über seine Beziehung zu Gott bestimmt, hätte politische Implikationen, die er und die anderen Reformatoren nicht eindämmen bzw. nicht rein religiös eingrenzen konnten. Diese Deutung gerat später in Verruf, als Aspekte wie der der religiösen Intoleranz mehr im Mittelpunkt standen. Ich sehe die Geschichte von Roger Williams und seiner Asylantenkolonie als Beispiel für die Bedeutung der Reformation als gewichtiger Faktor in der Entstehung moderner Staaten. Sowohl in der Theologie des "Priestertums aller Gläubigen" als auch in der praktischen Notwendigkeit, Kompromisse zwischen den entsandenen Konfessionen zu finden, trug sie zur demokratischen Entwicklung bei.

Andere Bücher auf meiner Leseliste für dieses Jahr argumentieren auch für eine positiven Beitrag der Religion zur Demokratisierung des Westens - Marcia Palleys Die hintergründige Religion, die ich bei Gelegenheit zusammen mit Rodney Starks The Victory of Reason diskutieren werde. Stark sieht die Entstehung der modernen politischen Freiheit als Produkt des Christentums als solchen, tiefer als die Reformation verwürzelt.

Weitere Projekte für den Sommer und Herbst sind weitere Essays von George Orwell, , Ben Wilsons What Price Liberty?, und evtl. Jonah Goldbergs Liberal Fascism. Alle sind Teile einer langsamen, seit etwa fünf bis sieben Jahren stattfindenen Nachprüfung meiner politischen und historischen Perspektive.

Diese Geschichte - von der Antike bis Thomas Jefferson - wird in diesem Vortrag von Robert Louis Wilken zusammengefasst. Laut Wilken würzeln diese Ideen im Christentum selbst und zwar schon seit der Antike. Christliche Theologen haben die Gewissensfreiheit formuliert und verteidigt. Er zitiert dabei noch den Philosophen John Plamminet: "Gewissensfreiheit wurde zuerst in einem Zeitalter strengen Glaubens, nicht des Skeptizismus verfochten. Sie wurde zuerst von Menschen verfochten, die im Gegensatz zu den Griechen und Römern dogmatischen Religionen zugehörten, unter Menschen, die seit Jahrhunderten gehört hatten, dass nichts wichtiger als der richtige Glaube sei."

Saturday, 10. January 2015

Die Deutungsschlacht um Charlie Hebdo wird breiter...


Ich verliere jetzt schon den Überblick und werde nicht mehr versuchen, alles aufzufassen und allgemeine Eindrucke zu veröffentlichen. Heute eine letzte Meldung bevor ich ein paar Tage Pause mache.

Meine Schlußfolgerungen waren wohl zu früh. Schon wenige Stunden nach dem Terroranschlag gab es einen Artikel in der Financial Times, in dem die westliche Zivilisation die Schuld für das Massaker trägt.

In einem Interview mit Democracy Now! rezitierte Gilbert Archar die üblichen Angriffe auf den Westen in einer Mischung aus Wahrheiten, versteckten Verzerrungen und Absurditäten, manches als Meinung und Deutung, manches als Tatsache dargestellt:

- Breivik als "Islamophobiker"

- eine Aufrechnung der Opferzahlen zwischen dem Angriff auf Charlie Hebdo und dem von Breivik bzw. dem Terroranschlag auf eine Moschee im Jahre 1994 mit der klaren Absicht, die Bedeutung diesen Angriffs zu relativieren oder minimieren, eine Strategie, die in anderen Zusammenhängen verpönt wird

- die Bezeichnung der Besatzung von Irak als "Barbarentum", die Schlacht um Fallujah als "Massaker", ohne aber den UN-Mandat für die Besatzung zu erwähnen. (Nebenbei: Es fiel mir vor Jahren auf, als ich noch selber in der Friedensbewegung aktiv war, dass mindestens eine prominente Stimme in der Friedensbewegung vom Mandat gar nichts wußte.)

- Extremismus als (wohl legitime?) Reaktion auf US-Politik

- das Königreich Saudi Arabien als "closest friend" der Vereinigten Staaten, näher als Israel und die fortdauernde Instrumentalisierung der Wahhabi Ideologie als Kampfmittel des Westens gegen alles "Linke" und "Fortschrittliche" im Mittleren Osten, wobei die sowjetische Besatzung Afghanistans stillschweigend zur Liste dieser linken Errungenschaften gezählt wurde

- "They hate us because of our freedom" als unwahr

- Frankreich war nicht im Irakkrieg involviert. Mindestens haben sie das bemerkt. Dennoch hänge der Extremismus junger Franzsen irgendwie "allgeimein" mit "Rassismus und Islamophobie" zusammen. Das Land habe sich nicht mit seiner kolonialen Vergangenheit auseinandergesetz. Ein Gesetz aus dem Jahr 2005, in dem französische Schulen über die "positive Rolle des Kolonialismus" unterrichten sollen, wurde als Indiz aufgeführt. Leider erwähnt er nicht, dass dieses Gesetz bald rückgängig gemacht werden musste, weil eine breite Koaltiion aus Bürgern, Lehrern und Politikern protestiert haben. Ich würde alle dazu ermuntern, über dieses Gesetz - und über die anderen, nicht rückgängig gemachten Gesetze zum Geschichtsunterricht in Frankreich (gegen Rassismus, Fremdenhass usw.)

- Diese Faktoren seien alle definiv keine Entschuldung, aber wir müssen die Quelle des Hasses verstehen. Also doch eine Entschuldigung?

- Islam als Zielscheibe der Kritik in den Medien

- Der Aufruf an Muslime, das Massaker zu verurteilen, sei als ob das Massaker ihr Problem wäre und nicht das Problem der französischen Gesellschaft und des französischen Staates. Spätestens dann haben sie den Angriff entschuldigt, ja im Prinzip rechtfertigt.

- Die Täter waren "verrückt" ("crazy"), aber irgendwie waren ihre Anliegen legitim und rational.

Der nächste Gast in der Sendung, Mohammad el Khaoua, dass die Identitätenpolitik ("identity politics") der westlichen Medien derart geformt sind, dass nur Muslime als "Terroristen" bezeichnet werden. Als Beispiel nannte er Breivik, der angeblich in den Medien nicht als Terrorist bezeichnet worden sei. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht, wie die einfachste google-Suche schnell und unmißverständlich zeigt. Breivik wurde sogar gerade wegen Terrorismus vor dem norwegischen Gericht angeklagt. Lügt el Khaoua oder lebt er einfach in einer selbst aufgebauten Informationsblase, wo solche Behauptungen immer wieder unwidersprochen wiederholt werden? Er sprach danach lange über den institutionalisierten Rassismus und die koloniale Vergangenheit in Frankreich. Er sagte auch, dass die Muslime in Frankreich nicht genötigt werden sollen, als Muslime auf die Strasse zu gehen, um gegen den Terror zu protestieren, da sie mit dem Angriff nichts zu tun haben. Stattdessen sollen sie als Franzosen protestieren. Gut - aber diese Forderung wirkt etwas seltsam von einem Kommentator, dem es offenbar am Herzen liegt, Gruppenidentitäten innerhalb staatlich definierter Gemeinschaften zu betonen. Wenn die Muslime wirklich die Opfer des Anschlags sind oder werden können, wie die Sendung immer wieder (und zurecht) betont, dann können sie auch als Gruppe Farbe bekennen, oder? So leid es tut - die kriegsähnlichen Umstände nötigen sie dazu.

Die Beschäftigung beider Gäste mit Anders Breivik ist in diesem Zusammenhang erhellend. Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass es im linken Teil des politischen Spektrums und unter gemäßigt religiösen Menschen eine starke Tendenz dazu gibt, extreme Meinungen nur dann ernst zu nehmen, wenn sie nicht religiös begründet werden. Der religiöse Fanatismus ist nie eine Folge der Religion, sondern eine Folge der Diskriminierung, des Kolonialismus etc. Wir müssen aufpassen, denn der Tag könnte kommen, an dem die Einzigen, die die religiöse Motivation der Terroristen wirklich begreifen die religiösen Eiferer anderer Religionen sein werden.

Diese Art mit dem Terroranschlag umzugehen erinnert mich an einen Zwischenfall 2011. Gleich nach dem Erdbeben vor Japan schickte ich diversen Frenden und Bekannten eine E-Mail, in der ich offen darüber nachdachte, ob die Katastrophe, die klar gegen die Atomkraft spreche, auch als Bestätigung der Atomkraft herhalten könnte, falls die Katastrophe doch einigermaßen glimpflich verläuft - etwa ohne Todesfälle oder ohne weit verbreitete Verseuchung. Mir wurde vorgeworfen, gefühllos mit dieser menschlichen Tragödie umzugehen (wobei zu der Zeit die 20.000-fache Tragödie der Tsunamiwelle, die Deutschland nicht betrifft, wesentlich weniger mediales Interesse wert war als der Atomunfall, der bis heute nur ein Todesopfer gefordert hat, zumindest nach meiner damaligen Wahrnehmung). Ist diese heutige Sendung nichts anderes als ein rein akademisches, theoretisches und dazu noch ein ideologisch tendenziöses und auch noch datenentleertes Gedankenexperiment? Was könnte gefühlloser sein als gerade jetzt - zur Sendezeit lebten die Täter und drei der Opfer noch - über langfristige historische Wirkungsgefügen zu spekulieren? Sie dürfen das natürlich tun. Und eine solche Diskussion könnte sogar von Nütze sein. Aber ich habe den Eindruck, dass die jeweilige Gewichtung von kalter, "akademischer" Analyse und emotionaler Betroffenheit themen- und ideologieabhängig sind.

Thursday, 8. January 2015

Also doch - sie hassen uns wegen unserer Freiheit...


Wie haben wir gelacht, als George W. Bush behauptete, die islamischen Terroristen würden uns wegen unserer "Freiheit" hassen. Ich war zwar damals, noch im September 2001, noch nicht unter den Kriegsgegnern. Aber ich muß zugeben, später diese Erklärung auch für etwas niedlich gehalten zu haben. Wir ließen dies zwar als Teilerklärung zu, aber wollten alles immer "problematisieren." Eine Erklärung für die Anschläge des 11. September 2001 konnte nur gelten, wenn der westliche Imperialismus als mitverantwortlich gemacht wurde. Schon am ersten Tag danach - am 12. September 2001 - habe ich Menschen in den Medien und auf der Straße sagen hören, dass der Angriff wohl zu erwarten war, gewissermaßen verdient war, weil die Amerikaner stets so arrogant aufgetreten seien. Islamischer Haß war vor dem Hintergrund westlicher Untaten verständlich wenn nicht sogar gerechtfertigt. Neben vielen Verurteilungen der Terroristen stand stets das große "Aber" im Kontext der bösen amerikanischen Politik.

Nun sieht es aber anders aus. Die Schlagzeilen und Meldungen bezeichnen den Angriff auf Charlie Hebdo sofern ich die Lage überblicke allesamt als Angriff auf Demokratie und Freiheit, entweder als Schlagzeile oder andere Prominente Deutung oder Meldung - hier eine mehr oder weniger zufällige Auswahl der Printmedien, die mir bekannt sind:

FAZ - Anschlag auf die Freiheit
TAZ - Angriff auf die Pressefreiheit
Leonberger Zeitung - Angriff auf westliche Werte
Schwäbisches Tagblatt - Terror gegen die Freiheit
Die Welt - "Ein Prüfung, nicht ur für Frankreich", "Charlie Hebdo war ein kompromißloses Plädoyer für eine freiheitliche Gesellschaft"
The Guardian - An Assault on Democracy

Dazu bekünden alle ihre Solidarität, nicht nur Politiker - auch die Kirchen und muslimische Wortführer in Frankreich und im Ausland.

Wo war diese Klarheit, als Salmon Rushdie im Kreuzfaden der Mullahs stand? Wollen die Kommentatoren Bush rückwirkend Recht geben? Oder ist Frankreich - ein Land, das ganz Nordwestafrika gewaltsam unterworfen und jahrzehntelang beherrscht hat und wo Anfang der 1960er Jahre noch einen blutigen und von Folter geprägten Kolonialkrieg geführt hat - irgendwie anders? Gelten für Europa andere Regeln? Oder liegt es am Ziel? Ist ein Angriff auf wirtschaftliche und politische Institutionen oder auf einzelne Künstler grundsätzlich anders als ein Angriff auf Journalisten? Eilen die Medien zur Solidarität mit sich selbst? Oder sind wir alle noch in Schockstarre? Werden wir in den kommenden Tagen und Wochen doch noch in alte Deutungsmuster der Selbstgeißelung zurückfallen?

Erschreckend fand ich die Prognose einer Soziologin heute morgen in D-Radio Kultur (Gila Lustiger, 06.44 Uhr). Sie erwartet - wie andere Kommentatoren auch - einen starken Rechtsrück in Frankreich. Sie meinte, dies würde einsetzen, sollten die Muslime des Landes nicht en masse auf die Straße gehen, um ihre klare Ablehnung des Angriffs zu verkünden. Die Franzosen erwarten ein klares, öffentliches Bekenntnis zu französischen Werten. Die Muslime hätten allerdings Angst, selber dann Opfer zu werden - was als eine Bestätigung des altbekannten Topos oder Stereotyps über traditionelle muslimische Gesellschaften gelten kann: die Angst, als Verräter zu gelten, wenn man irgend etwas gegen das eigene Volk sagt, auch wenn man nur die Fanatiker kritisiert. Ferner sehen wir in dieser Haltung, sofern die Soziologin die Lage richtig einschätzt, eine Indiz, dass wenige Franzosen wirklich glauben, dass die Muslime gut integriert sind. Sonst würden sie eine solche Demonstration der Loyität nicht verlangen. Die Lage ist wie im Bürgerkrieg - Abertausende Menschen werden unter Druck gesetzt, Farbe zu bekennen und sich für eine Seite in einer polarisierten Welt zu entscheiden. Raum in der Mitte wird es kaum noch geben und die Seite, der sie den Rücken kehren, wird gegen sie vorgehen. Angesichts der massiven Reaktion gegen die dänischen Karrikaturen und die deutlich leiseren Töne, wenn es um Grausamkeiten im Namen Allahs ging - auch wenn sie gegen andere Muslime gerichtet werden -, ist diese Zwickmühle für muslimische Wortführer längst fällig. Aber die Lage wird dennoch für viele Muslime, die einfach unpolitisch vor sich hin leben wollen, beängstigend bleiben.

Wednesday, 7. January 2015

Terrorangriff auf die freie Meinungsäusserung durch religiöse Fanatiker...


Islamische Fanatiker haben jetzt wieder ihren religiösen Wahn zum Anlaß für Mord und Einschüchterung genommen. 12 Journalisten und Polizisten sind tot und die Meinungsfreiheit, ein Kernbestandteil der westlichen Zivilisation, wurde im Namen der Ehre eines Propheten frontal angegriffen. Wir dürfen kein Bißchen nachgeben, NICHTS zugestehen.

Erste Reaktionen westlicher Politiker, zumindest in den kurzen Ausschnitten im Radio, sind ermutigend. Alle - Merkel und Gabriel, Obama und Holland - verurteilen den Anschlag ohne Umschweife, ohne ihr Urteil sofort mit einem Kniefall zu relativieren. Bisher gibt es in den Kurzmeldungen kein Wort darüber, dass die Opfer irgend etwas falsches gemacht haben. Bisher sieht es also so aus, als ob die Politiker aus der Rushdie-Affäre und den Karikaturenunruhen gelernt haben.

Ich bleibe gespannt, ob diejenign, die in anderen Zusammenhängen, etwa bei Vergewaltigung, sofort einsehen, dass keine verbale oder bildhafte Provokation so etwas rechtfertigt, wie in den früheren Fällen einknicken und ihre Argumentation auf den Kopf stellen. Jegliche tatsächtliche oder vermeintliche Beleidigung religiöser Gruppen (vor allem nicht-christliche Gruppen) wird für Gewöhnlich als mildernden Umstand im Falle anti-westlicher Terrorattacken verstanden. Werden sie in den kommenden Tagen zu Wort kommen und den Spieß umdrehen? Wird die Redaktion wie Salmon Rushdie zum zweifachen Opfer - Opfer des Terrors und einer Defamierung?

Gerade in Deutschland, wo der Islam dazugehören möchte und laut Politikern aller Parteien wohl dazugehören soll, müssen wir jetzt den Nachweis bringen. Jede Religion und jede Ideologie, die zur westlichen Zivilisation dazugehört, muss kritikfähig sein. Wenn der Islam gleichgestellt werden möchte, muß er auch gleiche Behandlung ausstehen können. Weniger vom Islam zu erwarten ist einzugestehen, dass der Islam doch nicht dazugehört und die Gläubigen des Islams irgendwie minderwertig sind. Islam kann dabei sein, wenn der Islam keine solchen Privilegien beansprucht und sich nicht durch das Einklagen von Sonderbehandlung herausnimmt.

NACHTRAG um 20.30 Uhr:
Bisher würde ich der Fernsehberichterstattung (ARD, ZDF, RTL), dem allgemeinen Publikum in Europa und den verantwortlichen Politikern gute Noten geben. Ein Journalist im ARD hat spekuliert, ob die Attentäter evtl. nur die anti-islamische Stimmung anheizen wollten - eine absurde Äusserung. Ansonsten wird überhaupt nicht in Frage gestellt, aus welcher Ecke die Täter kommen. Die toten Journalisten werden nur gelobt - als kreativ und mutig. Alle bekünden ihre Solidarität; Hunderte gehen auf die Straße. Die Meinungsfreiheit und die Ablehnung des Terrors und der Einschüchterung ganz klar verteidigt, und zwar ohne das nach der Veröffentlichung der Satanischen Versen oder der dänischen Karikaturen so häufig geäusserte "aber sie hätten das nicht veröffentlichen sollen". Die auf die Hauptnachrichten folgenden Sondersendungen thematisieren die Frage der Integration und die angebliche Gefahr (einer allseits abgelehnten) Pauschalisierung, aber überhaupt nicht in anbiedernder Weise. Pegida wird als möglicher Profiteur des Anschlags nur beiläufig erwähnt. Zur großen Überraschung zeigen die Nachrichtensender sogar zahlreiche Beispiele der von Charlie Hebdo veröffentlichten Karikaturen und sogar die alten dänischen Karikaturen oben darauf. Dazu hat der ARD sogar gezeigt, wie kritisch Charlie Hebdo mit dem Christentum umgeht - ohne, dass Christen mit Gewalt dagegen vorgegangen sind.

Sunday, 14. December 2014

Riga at War 1914-1919: War and Wartime Experience in a Multiethinic Metropolis


Riga_at_War_Cover

The book has now been published with the Verlag Herder-Institut:


ENGLISH:
A century after the catastrophe of 1914, Mark Hatlie's Riga at War: 1914-1919. War and Wartime Experience in a Multiethnic Metropolis tells the story of the Baltic metropolis and its half million residents during the years of world war, revolution and civil war. The book follows the major events in the city, from the mobilization of 1914 through the mass evacuation of 1915, the revolution of 1917 and the German occupation of 1917 to 1918 and the chaos of 1919 marked by the arrival of a communist regime, the liberation of the city by Balt and Latvian forces, and a final battle for the city between the Latvian army and the Russian "White" general Bermondt-Avalov. The second half of the book examines the competing wartime experiences of the city's major national groups, the Germans, Latvians and Russians. These groups experienced the catastrophes, battles, upheavals and occupations in very different ways. The differing interpretations and actions of each national group expressed themselves in politics, religion and society, reflected in contemporary documents, memoirs, diaries and periodicals.

DEUTSCH:
Hundert Jahre nach der Katastrophe von 1914 zeichnet Mark Hatlie in Riga at War: 1914-1919. War and Wartime Experience in a Multiethnic Metropolis die Geschichte Rigas während der Jahre des Ersten Weltkriegs und der darauffolgenden Kämpfe und Bürgerkriege nach. Das Buch nimmt die Stadt und ihre Bevölkerungsgruppen unter die Lupe. Die großen Etappen des Krieges in der Stadt werden behandelt, von der Mobilisierung, der Massenevakuierung, der Revolution und der deutschen Besatzung bis zur raschen Abfolge politischer und militärischer Ereignisse 1919. Gegenstand sind auch die demographischen Folgen, bei denen Riga zeitweise etwa die Hälfte seiner Bevölkerung verlor. Im zweiten Teil des Buches behandelt Riga at War die subjektive Kriegserfahrung der Deutschen, der Letten und der Russen, die in Riga lebten. Die unterschiedlichen Nationalitäten sahen den Krieg aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ihre unterschiedliche Wahrnehmung der Ereignisse und ihre unterschiedlichen Handlungsmuster in Politik, Gesellschaft und Religion werden anhand zeitgenössischen Zeitungen, Archivalien und Memoiren beschrieben und analysiert.

Tuesday, 23. September 2014

Arbeitsbeginn als Lehrer...


Seit dem 12. September bin ich als Lehrer für Geschichte, Gemeinschaftskund und Englisch am Johannes-Kepler-Gymnasium in Weil der Stadt tätig. Ich bedanke mich bei allen Freunden und Bekannten, die mich mit Gratulationen überschüttet haben und bei meinen neuen Arbeitskollegen und bei meinen Schülern, die mich allesamt an der Schule sehr herzlich aufgenommen haben.

Es gibt Kepler-Gymnasien wie Sand am Meer. Die Schule in Weil der Stadt trägt aber mit Recht den Namen. Weil war der Geburtsort des berühmten Wissenschaftlers. Zu meiner großen Freude wird auch der Name an der Schule sehr ernst genommen - die Schule hat eine Sternwarte auf dem Dach. Zudem habe ich auch in vielen Gesprächen mit Menschen in Tübingen entdeckt, dass die Schule weit über Weil hinaus einen guten Ruf hat.

Um die Persönlichkeitsrechte meiner Schüler und Kollegen nicht zu verletzen, werde ich bestimmt nicht über meinen Schulalltag bloggen. Ich werde allerdings weiterhin schulpolitische Entwicklungen im Ländle verfolgen. Vielleicht ergibt sich daraus Material für einige Beiträge in naher Zukunft.

Tuesday, 31. December 2013

What do we do about the NSA and the total surveillence state?


This whole NSA thing is bigger than I thought at first and I am wondering what to do about it. On the one hand there is the issue of what to do personally. Should I extract myself from the internet as much as possible and encourage others, particularly family members, to do the same? Should I give up using a cell phone and encourage others to do the same? There are countless personal consequences for doing so. Is it worth it?

The other issue is more broadly political. German journalist Frank Schirrmacher rightly pointed out in a recent article that Edward Snowden has essentially asked the question of our time: Do we want to live this way? What are the political consequences of these developments? What can we do about it collectively? Who is doing something and how do we help?

Other than to say, "No, I don't want to live this way," I don't know the answers to any of this yet. Searches on the internet turn up various groups and ideas, but I don't have it sorted out. Any ideas or advice would be welcome.

Anyone who isn't worried yet should watch this young "rock star" type security expert pull the pants down on the NSA:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=b0w36GAyZIA

Julian Assange's call for transparency at the same conference paints an image of a dystopian future where we are all part of the state. He seems to be of the opinion that this is unavoidable but that we can, through transparency measures, at least have some voice in what kind of a state we will all be part of:

http://truth-out.org/news/item/20946-wikileaks-julian-assange-calls-on-computer-hackers-to-unite-against-nsa-surveillance

This is where everyone can come together - conservatism, free market-thinking, liberalism, progressivism. There is no right or left here.

Monday, 23. December 2013

Fikk dish Shäksbier...


Was würden Deutsche davon halten, wenn in Großbritannien oder den Vereinigten Staaten ein Film mit dem Titel "Fikk dish Shäksbier" die Kinos erobern würde? Wenn Hunderttausende auch mit kleinen Kindern hinstürmen würden? Würden sie das auch geschmacklos finden? Ich finde den Titel "Fack ju Göhte" einfach vulgär und nicht witzig genug, um das zu rechtfertigen. Mir geht es nicht darum, dass man Goethe mögen muss oder, dass man sich über die Klassiker nicht herziehen darf. Vielleicht ist es ein Zeichen des zunehmenden Alters, aber mich stört schlicht die herausragende, öffentliche Verwendung von "fuck." Das muss im Titel einfach nicht sein. Es hört sich "spießig" oder "prüde" an, aber ich konnte den Namen des Films nicht aussprechen, als ich meine Karten abgeholt habe. Ich sagte nur, dass ich für die Vorstellung um 15.45 Uhr Karten habe. "Fuck you Goethe?" fragte die Verkäuferin. "Ja, danke."

Die durch den ganzen Film, aber besonders durch die erste halbe Stunde, durchziehende Vulgarität ist aber schon das Schlimmste, was man über den Film sagen kann. Ich bin in der Erwartung einer Bildungs- und Lehrerbeschimpfung hineingegangen. Ich hatte eine Grundhaltung ähnlich der eines konservativen Christen, der Monty Python's Life of Brian besucht. Mir war klar, dass Sachen und Werte, die ich schätze, zum Objekt von Spott und Hohn gemacht werden würden. Es kam anders. Das ganze System Schule wird zwar lächerlich gemacht, aber nicht ohne eine gewisse Sympathie. Der Grobian entdeckt bei seiner Rückkehr in die Schule seine weiche Seite und oben darauf alles, was die Schule den Kindern und Jugendlichen bieten könnte bzw. sollte. Er entscheidet sich, Pädagoge zu bleiben.

Diese zwei Themen - die "Bekehrung" der Strassenratte und die überall vorhandene animalische Vulgarität (das Leben in den dargestellten Kreisen von Jugendlichen und Erwachsenen dreht sich wohl ausschließlich um Fressen und Ficken) - lassen sich gut mit dem Film Grease vergleichen. Als Grease in den Kinos lief und unter uns Jugendlichen große Beliebtheit erfuhr, fand ich den Film schrecklich. Zum einen war ich von der ganzen Setting nicht so angetan wie die Meisten - schnelle Autos, Dating, die Musik etc. Noch wichtiger: ich war damals wie heute (mit einer langen Pause dazwischen) ziemlich spießig darauf. Wie in "Fack ju Göhte", geht es um die Liebe zwischen einem groben, lasterhaften, coolen Typen und einer schönen, naiven Unschuldsfee. Ich fand den Schluss von Grease einfach schrecklich, als die Fee sich in eine Sexbombe verwandelte, statt den Gangster zu zivilisieren. Alle fanden Olivia Newton John unwiderstehlich, als sie in schwarzem Leder die Zigarette ausdruckt. Ich bedauerte ihre Schwäche und sah darin eine Niederlage. Die animalische Dekadenz hatte das Schöne bezwungen.

Während John Travolta's Milieu etwas weniger krass als die Räuber- und Zuhältermilieu im neuen Film daherkam (wobei das Frauenbild seiner Clique durchaus ähnlich war), trug es einen klaren Sieg davon. Dagegen bezwingt die schöne Referendarin im neuen Film den Grobian, muss sich aber zusammen mit der Schule auf einige Kompromisse einlassen. In beiden Filmen sind die bösen Typen letztendlich gar nicht so böse.

Schließlich ist der neue Film ganz nett, trotz der nicht-enden-wollenden hypersexualisierten Rhetorik. Wer deutsche Komödien mag, wird sich an der überspitzen Charakterisierungen und absurden Situationen nicht stören. Gute Unterhaltung mit vielen lustigen Momenten.

Eltern sollen sich aber überlegen, wieviel blasen, ficken, Möpse, Titten, Fotzen usw. sie hören bzw. hören lassen wollen. Ja, die Kinder kennen das alles schon. Aber das bedeutet nicht, dass alle Grenzen fallen müssen. Die Zulassen zum Film bedeutet gewissermaßen eine Genehmigung oder Bejahung diesen Niveaus.

Thursday, 29. March 2012

Eugene O'Neill performances online...


I post here links to all the complete performances of Eugene O'Neill plays I run across online:

The Emperor Jones:
http://www.youtube.com/watch?v=wSQ5q-vOS10

Desire Under the Elms:
http://www.youtube.com/watch?v=cgkYQGxS370

A Moon for the Misbegotten - Act One
http://www.youtube.com/watch?v=K3V1TneJ4dQ
A Moon for the Misbegotten - Act Two
http://www.youtube.com/watch?v=d9RFF790Y-8

The Hairy Ape - Act One
http://www.youtube.com/watch?v=uRVLrqorLz4
The Hairy Ape - Act Two
http://www.youtube.com/watch?v=NfQ-UnoKL7w

Mourning Becomes Electra - Part One
http://www.youtube.com/watch?v=0kYVtiQ_pu4
Mourning Becomes Electra - Part Two
http://www.youtube.com/watch?v=ogXS45wlchg
Mourning Becomes Electra - Part Three
http://www.youtube.com/watch?v=R9qKvpbmBKI

Long Day's Journey Into Night
http://www.youtube.com/watch?v=6jRYeW05rY4

Please post links to others you might find in the comments below or drop me an e-mail and I'll post them here in the main story. Thanks to Meli for many of these.
logo

blog '66

by Mark R. Hatlie

Projects and Blogs

Friends and Allies


About this blog
Arab-American Dialogue
Books and Movies
DELETE
Five-String Banjo
History and Baltic Studies
Politik und Meinungsfreiheit
Religion and Humanism
Teaching and Education
Tübingen
U.S. and Europe
Profil
Logout
Subscribe Weblog